Test für Angehörige

Bin ich co-abhängig?

Die folgenden Fragen können Ihnen helfen herauszufinden, inwieweit Sie als Angehöriger oder Kollege eines Alkoholkranken co-abhängig sind. Wenn Sie bei ehrlicher Selbstprüfung mehr als 5 Fragen mit “Ja” beantworten müssen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie co-abhängig sind. Auch wenn es Ihnen nicht sofort einsichtig ist, Sie brauchen Hilfe von außen, damit Sie aus Ihrer Co-Abhängigkeit herauskommen.

  • Sie ahnen, daß Ihr Angehöriger oder Ihr Kollege/Ihre Kollegin “anders” trinkt. Haben Sie Ihn/Sie schon des öfteren darauf ohne Erfolg angesprochen?
    Ja Nein
  • Sie möchten, daß Ihr Angehöriger/Kollege weniger trinkt, und deshalb z.B. zu Hause bleibt und nicht in die Gaststätte geht. Haben Sie schon mit ihm getrunken, damit er nicht zuviel trinkt?
    Ja Nein
  • Übernehmen Sie zunehmend Aufgaben und Verantwortung in Bereichen, für die Ihr Angehöriger/Kollege zuständig ist?
    Ja Nein
  • Werden Sie von Verwandten/Nachbarn/Kollegen oder anderen für Ihren Einsatz und Ihr Opfer gelobt?
    Ja Nein
  • Fühlen Sie sich zum Lügen und zum Decken von Unregelmäßigkeiten genötigt, weil Sie Ihren Angehörigen/Kollegen nicht fallenlassen wollen?
    Ja Nein
  • Fühlen Sie sich gut und stark, wenn sich der Abhängige schwach fühlt und Sie braucht?
    Ja Nein
  • Zweifeln Sie manchmal an Ihrer eigenen Beobachtungsgabe und Wahrnehmung, wenn es um die Beurteilung Ihres Angehörigen/Kollegen geht?
    Ja Nein
  • Sind Sie mit Ihren Gefühlen stark von der Situation des Angehörigen/Kollegen abhängig?
    Ja Nein
  • Manchmal haben Sie die Hoffnung, daß alles wieder wird wie früher. Dann verstärken Sie Ihre Hilfe - und sind bei einem Rückfall völlig niedergeschlagen und verzweifelt.
    Ja Nein
  • Die ständige Belastung greift Ihre Gesundheit an. Leiden Sie unter körperlichen und psychischen Beschwerden?
    Ja Nein
  • Greifen Sie selbst zu Alkohol bzw. Medikamenten (Schlaf- und Beruhigungsmitteln usw.), um den Streß aushalten zu können.
    Ja Nein
  • Haben Sie Ihrem Angehörigen schon mal mit Trennung oder Scheidung gedroht, weil er so viel trinkt?
    Ja Nein
  • Kreisen manchmal Todeswünsche in Ihrem Kopf (z.B. “Wenn er doch nur einmal gegen einen Baum fahren würde!”)?
    Ja Nein
  • Fühlen Sie sich angesichts des Abhängigen und Ihrer Lage ohnmächtig und möchten am liebsten aufgeben?
    Ja Nein
  • Haben Sie das Gefühl, daß Ihr Angehöriger/Kollege völlig abrutschen könnte, wenn Sie sich nicht mehr um ihn kümmern würden?
    Ja Nein
  • Ziehen Sie sich zunehmend zurück aus Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis und vom gesellschaftlichen Leben?
    Ja Nein
  • Teilen Sie Ihrem Angehörigen/Kollegen die Alkoholrationen ein bzw. kontrollieren Sie sein trinken?
    Ja Nein
  • Haben Sie dem Abhängigen schon des öfteren gedroht, aber diese Drohungen dann doch nicht wahr gemacht oder vergessen?
    Ja Nein
  • Haben Sie manchmal Angst vor Agressionen, Gewaltanwendung Ihres Angehörigen/Kollegen?
    Ja Nein
  • Fühlen Sie sich für das Trinken Ihres Angehörigen/Kollegen irgendwie verantwortlich, ja vielleicht schuldig?
    Ja Nein
  • Wissen Sie zeitweise nicht, wie Sie, bedingt durch das Verhalten des Alkoholabhängigen,
    a) finanziell über die Runden kommen sollen?
    b) mit der Meharbeit und Mehrbelastung zurechtkommen sollen?
    Ja Nein
  • a) Sind Ihnen im Zusammenleben mit dem Abhängigen wesentliche Bereiche einer gesunden Beziehung, z.B. Vertrauensbasis, Austausch von Zärtlichkeiten usw. verloren gegangen?
    b) Sind Ihnen in der Zusammenarbeit mit dem Abhängigen wesentliche Bereiche eines guten Betriebsklimas, z.B. Verläßlichkeit, Kollegialität, Ehrlichkeit, verlorengegangen?
    Ja Nein

In Deutschland gibt es rund 2,5 Millionen alkoholabhängige Menschen, davon zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen. 5 bis 7 Millionen Angehörige sind durch die Alkoholkrankheit eines Familienmitglieds betroffen. Die ängste und Sorgen der Angehörigen, ihr Auf und Ab zwischen Hoffen und Verzweifeln, gleichen einander. Trotz der vorhandenen individuellen Unterschiede gibt es im Verhalten und Erleben der Angehörigen so viele Gemeinsamkeiten, dass man dafür einen eigenen Begriff prägte, den der Co-Abhängigkeit. Diese Bezeichnung weist auf die ganz und gar unerwünschte Rückwirkung der Co-Abhängigkeit hin: Sie unterstützt und fördert die Abhängigkeit des süchtigen Menschen. Co-Abhängige sind oft Verbündete des Abhängigen, ohne dass ihnen das bewusst ist, indem sie u.a.

  • Verantwortung für den Alkoholabhängigen übernehmen
  • ihm Aufgaben abnehmen
  • sein Verhalten entschuldigen oder decken
  • ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen
  • ihre eigenen Gefühle unterdrücken, nicht zeigen oder zugeben
  • die Tatsachen über die Suchtentwicklung und die Konsequenzen daraus leugnen oder verniedlichen

Co-Abhängige werden in ihrem Wohlbefinden sehr stark vom Verhalten des Abhängigen bestimmt - und sind dadurch unfrei. Sie haben ihren eigenen gesunden, unabhängigen Standpunkt verloren und werden dadurch so stark geschwächt, dass sie Hilfe brauchen.


nach oben


Copyright © by www.kreuzbund-wittlich.de all right reserved
Stand: 31. März 2011